Tornjak – Bosnisch-Kroatischer Berghirtenhund

Tornjak – Berghirtenhund

Unser Tornjak, 9 Wochen alt

Aussehen: Der Tornjak hat die typische Größe eines Hirtenhundes mit kräftigem Körperbau. Seine Aufgabe war es ja auch, die Herde gegen Beutegreifer wie Wölfe und Bären zu verteidigen. Das Fell ist wetterfest, leicht gewellt und dicht mit reichlich Unterwolle. Alle Farben kommen vor, in allen Kombinationen: Von einfarbig bis gefleckt. Die Ohren der Hunde sind hängend, leicht vom Kopf abstehend getragen, mittelgroß, abgerundet. Die Rute ist hoch angesetzt, befedert, deutlich getragen.

Höhe Rüde: 67–73 cm (ideal 70),

Hündin: 62–68 cm (ideal 64).

Gewicht Rüde: 50-60 kg

Hündin: 35–45 kg

Wesen und Besonderheiten:

Tornjaks repräsentieren eine noch sehr ursprüngliche Hirtenhunde-Rasse mit allen für diese Hundegruppe typischen Eigenschaften wie wache Sinne, große Selbständigkeit und Eigeninitiative, starke territoriale Bindung und Schutzbereitschaft.

Vertrauten Personen gegenüber verhalten sie sich sehr emotional und gelten als ausgesprochen kinderlieb, auch zu fremden Kindern!. Fremden Personen gegenüber wirken sie reserviert bis tendenziell gleichgültig, aber nicht aggressiv. Bei ernsthafter Bedrohung sind sie jedoch bereit, ihr Rudel zu verteidigen. Allerdings gilt auch bei Tornjakis, Angriffe sind eher die Ausnahme. Die Hunde versuchen mit Imponiergehabe und lautstarkem Gebelle und Getöse Fremde (Menschen und Tiere) zu beeindrucken und zu verjagen.

Sie sind exzellente Wachhunde!

Gut aufgezogen und geprägt, weisen sie, auch in größeren Hundegruppen lebend, ausgesprochen soziale Instinkte auf und verhalten sich in den meisten Situationen gelassen, friedfertig und ruhig, sofern ihre hohe Rangstellung nicht in Frage gestellt wird. Diese „sanften Riesen“ werden zunehmend und sehr erfolgreich als Therapiehunde ausgebildet.

Generell befindet sich die Aggressionsbereitschaft beim Tornjak meist am unteren Ende der Skala. Nicht richtig ist die Behauptung, Tornjakis und andere Hirtenhunde seien außerhalb ihres eigenen Territoriums unsicherer oder gar ängstlich. Einem richtig selbstbewussten Hirtenhund ist es egal, wo er ist, er ist immer Chef im Ring.

Ein bosnischer Züchter schreibt: „Tornjakis sind sehr besonnene Hunde, gutmütig gegenüber Menschen, jedoch mit einem Verteidigungsinstinkt, wenn sie in die Lage kommen, daß sie ihr Territorium vor Menschen und Raubtieren verteidigen müssen. Besonders ausdauernd ist er in der Verteidigung von Herden vor „Raubtieren“. Nicht selten ist er bereit, in der Erfüllung seiner Aufgaben auch sein Leben zu opfern. Der Tornjak ist ein Hund, der sehr leicht den Willen seines Herrn begreift und leicht Lehren annimmt; unbestechlich und argwöhnisch ist er gegenüber Fremden; bescheiden sind die Anforderungen für Ernährung und Unterbringung (im Winter bleibt er sogar auch neben seiner Hütte im Schnee liegen, der ihn häufig auch bedeckt).“

Für ihre Erziehung ist, wie bei allen Hirtenhunden, eine große Portion Geduld unabdingbar. Dies heißt jedoch nicht, daß die Hunde schwerer lernen oder gar dümmer sind. Das Gegenteil ist der Fall. Allerdings muss ein Hirtenhund eben vom Sinn einer Übung überzeugt sein und eine ständige und monotone Wiederholung lehnt er ab. Daher sollte in kurzen Intervallen trainiert werden.

Was Ernährung und Pflege anbetrifft, ist der Tornjak – wie alle Hirtenhunde – eher bescheiden und anspruchslos. Hier sollte aber nicht eine billige und einseitige Ernährung mit einer eben eher bescheidenen Ernährung verwechselt werden. Denn die Hirten und Schäfer waren zwar schon immer arm, aber sie teilten ihre Nahrung immer mit den Hunden, auch wenn diese nur aus einem Maisbrei, Brot und Käse bestand. Fleisch als Nahrung war für Hirtenhunde schon immer die Ausnahme.

Über die Haltung von Hirtenhunden im Allgemeinen und Tornjak im Besonderen ist viel geschrieben worden. Als allgemeiner Ratschlag kann daher gelten, sich an die Haltung in den Ursprungsländern soweit wie möglich anzulehnen. Das heißt, eine reine Wohnungs- oder Haushaltung ist für diese Hunde nicht geeignet. Es sollte ihnen immer eine Auswahl angeboten werden. Dann kommt es zwar sicher auch vor, daß ein Tornjak eine gemütliche Couch durchaus als angemessenen Platz empfindet, aber er sollte genauso seine Plätze im Freien haben. Tornjakis sind alle klimatischen Bedingungen gewöhnt und Sonne, Wind und schlechtes Wetter gehören zu ihrer natürlichen Umgebung. Bedenkt man diese Wünsche der Hunde, hat man einen robusten und gesunden Hausgenossen, der sehr alt werden kann. So sind Hirtenhunde mit über 15 Jahren nicht die Seltenheit.

Quelle:

Roland Kaschel, verschiedene Fachartikel, ergänzt und gekürzt.

unser Tornjak, 13 Monate alt

Wir führen seit einem Jahr einen Tornjak. Es ist unser Traumhund. Ruhig, gelassen, verspielt, verschmust, pflegeleichtes Fell trotz viel Haar, ausgesprochen lernwillig, bei konsequenter Führung leicht zu erziehen. Mein Mann hat ihn mit viel Geduld und Liebe abgerichtet. Ich halte die Leine lose, ziehen gibt es nicht. Die Blumenbeete werden auch nicht mehr nieder getrampelt und das Buddeln hat mein Mann ihm auch abgewöhnt.

Lieblingsleckerli: Ein Stückchen Brot!

Wir denken, diese Rasse wird in Zukunft auch in unseren Landschaften häufiger werden. Es sind wunderbare Familien-, Wach- und Schutzhunde! Diese Kombination macht sie so besonders. Unser Duje liebt Kinder sehr. Mittlerweile hat er verstanden, hinstürmen geht gar nicht. Also wirft er sich vor ihnen auf den Bauch und himmelt sie an. Unwiderstehlich! Selbst ängstliche Kinder, bei so einem Riesen ja nicht ungewöhnlich, schmelzen dahin und wuscheln im kuscheligen Fell 🙂

Er ist ausgesprochen verträglich. Bei uns hat er seine Aufgabe als Ersatzwelpenpapa und er macht das unglaublich geduldig.

Duje mit Springer Spaniel Welpen